Anubi - Kinder des Anubis
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Die schakalköpfigen Anubi sind nachdenkliche Wesen mit einem Hang zum Verhängnisvollen. Unter schwarzhaarigen Augenbrauen starren glänzende schwefelgelbe Augen hoffnungslos in die Welt. In diesen traurigen Augen steht die Welt - egal wie hell oder wundervoll der Augenblick ist - am Rande des unausweichlichen Zusammenbruchs. Diese Ansicht beeinflußt jeden ihrer Gedanken und jede Handlung. Ein freudvoller Augenblick ist ein seltener für einen Anubi. Abgesehen von ihrer Resignation vor dem unausweichlichen Schicksal, gehen die Anubi ihrem Ende keinesfalls ruhig und ohne Gegenwehr entgegen. Stattdessen bemühen sie sich mit angeborener Beharrlichkeit und dem Wissen, daß das Leben selten lange währt, meist schmerzvoll endet und es gewaltiger Anstrengung bedarf, wenn man es fortsetzen will.
Nur in Situationen bitterer Ironie findet ein Anubi seinen Humor, und sein Lachen ist ein barsches und freudloses Bellen. Und im Moment der bittersten Ironie, seinem Tod, ist sein Lachen am barschesten. Er ist selten enttäuscht, da seine zynische Denkweise die traurigsten Fehler akzeptiert. Wenn es gegen einen verhaßten Feind geht, ziehen sich seine Lefzen zurück, entblößen gelbe Fänge und ein herausforderndes Knurren entspringt seiner Kehle. Wenn er liebt, egal ob Person, Idee oder Ort, erfüllt er diese Liebe mit einer Traurigkeit unsäglicher Tiefe - da er weiß, dies endet bald.
Die Körper der Anubi sind mager und hager-muskulös. Ihre Haut ist schwarz und dunkler als der tiefste Schatten. Häufig sind sie tätowiert und ihre Kleidung verziert mit Zeichen und Schutzsymbolen. Anubi sind abergläubisch und sehen Zeichen und Omen in den gewöhnlichsten Dingen. Sie glauben, daß der Ausgang jeder Handlung Schicksal ist und durch Dinge um sie herum vorhergesagt werden kann: ein Schwarm Geier, der hungrig schreiend über ihnen kreist, oder ein dunkles Wolkenband, das über den Himmel zieht und die Sonne verdunkelt.
Trotz aller Zeichen oder schlechter Omen läßt sich ein Anubi jedoch von nichts abbringen, wozu er sich einmal entschlossen hat. Statt zu versuchen, sein Schicksal zu verändern, wird er sein Ziel weiter verfolgen. Da er sicher ist, daß sein Schicksal bereits besiegelt ist, wird er umso vehementer handeln. Wissend, daß seine Stunden gezählt sind, handelt er ungeachtet jeder Gefahr, und da er ohnehin verdammt ist, wird er sich mit furchtloser Zuversicht in diese Gefahr begeben. Er weiß, am Ende des Tages wird er tot sein; und es ist besser, mit dem Blut seiner Feinde an den Fängen und dem salzigen Geschmack davon auf der Zunge zu sterben, als sich demütig und ohne Gegenwehr dem Tod zu ergeben.
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